Ist "Made in China" ein zunehmendes Problem für den Rest der Welt (und damit für den #1)?

  • Vorweg: Der #1 hat aktuell bei mir den Status als geplanter Nachfolger für das EQ Cabrio und den eSoul.

    Was mich allerdings zunehmend beschäftigt: Die Welt ändert sich extrem und ich selbst glaube kaum, dass China in seiner langfristigen Strategie neue Freunde sucht. Eher eine sehr starke, wirtschaftliche Position um danach durch wirtschaftliche und militärische Stärke geopolitischen Interessen durchzusetzen. Und diese wären nicht zu unserem Vorteil, wenn man Freiheit und Demokratie für wichtig hält.


    Mir ist klar, dass man derzeit in praktisch keinem Technologiebereich China-frei kaufen kann. China ist halt die Werkbank der Welt, auch und gerade zB bei Akkus.

    Aber beginnt nicht gerade eine Zeit, in der "demokratischer Egoismus" angesagt wäre?


    In meiner gesamten Grundeinstellung fühle ich mich als Weltbürger, meine Kinder haben über drei Länder verteilt ihre Plätze gefunden und ich habe auch keinerlei Grenzen im Kopf.
    Aber irgendwie habe ich zunehmend das Gefühl, dass Idealismus und Vertrauen auch gern mißbraucht wird und gegen politische Interessen autoritärer Idioten nicht gewinnen kann.


    Daher mal in die Runde gefragt: Wie sehr ihr das?
    Wenn es eine europäische Alternative zum #1 gäbe, wäre die Herkunft ein relevantes Argument?


    Dann doch lieber ID.3 als #1 ;) ?

    42 ED Coupé 2017-2021

    42 EQ Cabrio 2021-2024

    I3s bis 02/2022

    Kia Soul ab 02/2022
    Solar-Tankstelle mit 17kWp, rund 16MWh p.a. Produktion und (natürlich) ohne stationären Speicher ;)

  • Ich hatte schon ähnliche Gedanken wie Du und finde in Deinen Punkten nichts, dem ich widersprechen würde. Als smart-Fan hoffe ich natürlich, dass China sich nicht ins Aus schießt. Aber als Moritz bin ich mir durchaus auch nicht zu 100 % sicher, was China da gerade treibt und ob die sich es nicht zunehmend mit allen verscherzen. Darum ja beispielsweise auch die klare Ansage in meinen bisherigen Bewertungen zu dem Auto:


    [...] Ich bin zwar einer der größten Fans der Marke, aber auch einer ihrer größten Kritiker. [...] Jetzt müssen das die Endkunden nur noch bestätigen, wenn sie ihn dann bekommen. Hier sollte dann natürlich möglichst nichts negatives noch auffallen [...]


    Was ich ganz klar sagen muss:

    Hätte smart eine Kooperation mit VW (und damit Herbert Diess) gestartet, statt mit Geely, fände ich das vermutlich deutlich besser. Ich bin durchaus auch überzeugter Europäer. Wenngleich ich durchaus auch viel Gefallen an anderen Kontinenten dieser Welt finde. Aber China ist halt bisschen Schrödinger's Katze, was da drin ist, weis man nicht so richtig.

    Für smart, so wie China, ist aktuell es viel auf dem Spiel. Bei beiden entscheiden die nächsten 5-10 Jahre, ob wir in 20 Jahren noch über sie sprechen. In dem Sinne drücke ich feste die Daumen und hoffe.


    PS: Es ist übrigens auch kein Zufall, dass EQpassion keinen TikTok-Kanal hat

    smart fortwo Coupé 451er ED 3,7kW-Lader, 05/2013; > 260.000km (bei 250.000 km 22 kW nachgerüstet)

    smart fortwo Coupé 453er EQ 22kW-Lader, 05/2018 - 05/2021; 109.000km

    smart fortwo Cabrio 453er EQ 22kW-Lader, EZ 04/2021; > 30.000 km


    "Aus Gaspedal wird Spaßpedal"

    - Smart

  • Der EQ ist mein Stadtauto, ich sehe keinen Grund, wenn er nicht kaputt geht, ihn in den nächsten 10 Jahren zu ersetzen. Mein Oldtimer bleibt auch, die 1.000 km im Jahr fahre ich auch mit E- Fuel, wenn es den sein muss. Anders ist es bei unseren beiden anderen Fahrzeugen. Der Plugin meiner Frau aus europäischer Fertigung ist gerade einmal ein Jahr alt und fährt zu 90% elektrisch dank Einpark- und Ladeservice durch den Ehemann. Bleibt meine G Klasse. Zugegeben ein Säufer, aber das beste Urlaubs-, Wald- und Hundeauto was man sich denken kann. Sollte Mercedes den mit ordentlicher Reichweite elektrisch bekommen, käme ich ins Grübeln. Aber um bei der Frage zu bleiben, nein ein Fahrzeug mit überwiegend chinesischer Wertschöpfung kommt mir nicht ins Haus. Ich säge doch nicht den Ast mit ab, auf dem wir alle sitzen!

  • Ich säge doch nicht den Ast mit ab, auf dem wir alle sitzen!

    Besser könnte ich es nicht sagen.

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    "Aus Gaspedal wird Spaßpedal"

    - Smart

  • Tja, die Suppe haben wir uns selbst eingebrockt. Plötzlich merken wir dass die Globalisierung nicht den gewünschten Effekte hatte überall Demokratie zu bringen. Das hat man so lange geduldet, so lange man finanziell profitiert hat. Jetzt aber wo die Lieferketten reißen und wir durch single source erpressbar sind, spüren wir die Kehrseite. Noch dazu haben wir Schlüsseltechnologien verschleudert. China ist ein Pulverpass, niemand schließt aus dass sie die Durcheinander ausnutzen und sich Taiwan einverleiben. Dann wird´s aber mal richtig lustig in Sachen Chipmangel.

    Man kommt leider nicht mehr ohne Chinesische Produkte aus. Und auch deine umschwärmte G-Klasse fährt keinen mm mehr wenn du alles Chinesische ausbaust.


    Ach ja, ich habe überhaupt nichts gegen Chinesen oder Russen oder wen auch immer. Die korrupte Führung ist das Problem, nicht die Bevölkerung.

    Edited once, last by Taunus ().

  • Ach ja, ich habe überhaupt nichts gegen Chinesen oder Russen oder wen auch immer. Die korrupte Führung ist das Problem, nicht die Bevölkerung.

    Danke dafür - hatte ich vergessen, zu erwähnen ;)

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  • Naja,


    nachdem man im sogenannten Westen ja diese ganzen Länder wie etwa Russland, China, Indien etc. nur als willkommene und billige Lieferanten von Erzeugnissen und Rohstoffen betrachtet hat passiert grade ein echter Bruch.


    Jahrzehntelang hat man mit "Werten" und "Demokratie" geprahlt, nebenher unliebsame Länder bombardiert und hunderttausende Zivilisten und Kinder als "Kollateral-Tote" einfach so hingenommen. Hauptsache war ja nur ein ruhiges und profitables Leben. Dass Kinder in Schwellenländern förmlich mit den Fingernägeln aus dem Dreck Rohstoffe gekratzt haben war ja bedauernswert, aber nicht wirklich wichtig. Und wenn mal in Bangladesch wieder mal eine Fabrik eingestürzt ist, die Kleidung für Deutschland hergestellt hat war das ja weit weg. 50 Tote dort ja bedauerlich, aber.....


    Nun sind an allen Dingen die uns missfallen die Russen oder Chinesen schuld. Das machen wir uns aber schon etwas zu leicht und unsere arrogante und blutige Politik der letzten Jahrzehnte fällt uns grade auf die Füße. Niemand aber am Horizont sichtbar, der das uns so nahebringt. Schuld sind ja immer nur die Anderen.


    China war ja schon vor Jahrtausenden eine Weltmacht, bis man sie im Rahmen des Kolonialismus vollends ruiniert hat. Wundert das jetzt irgend jemanden, dass die wieder zurück an die Spitze wollen? Und dass die Russen auch die Nase gestrichen voll haben? Man hat dennen ja mal so nebenbei 300.000.000.000 € gestohlen.


    Es war ja eine G7 Konferenz. leider aber waren das ja nicht wirklich die G7. Denn China wäre weltweit wirtschaftlich ja Nummer Zwei oder Eins, Indien auf 6 oder 7. Aber in die G7 gehören sie ja nicht......


    Denkt hier jemand, dass solche Arroganz ungestraft bleiben wird? Das Negieren von mindestens 3 Milliarden Menschen in diesen Ländern?

  • Ich erinnere an der Stelle nochmal an das Thema: Was bedeutet die aktuelle China- und Welt-Politik für den smart #1?

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    "Aus Gaspedal wird Spaßpedal"

    - Smart

  • Ich denke nicht das der Herstellungsort des #1 ethisch für die Käufer eine Rolle spielt. Wer weiß denn schon dass auch die Premiumfahrzeuge aus Billigproduktion stammen? Evtl. Könnte die Teileversorgung profitieren, die Wertschöpfung bleibt ja erst mal im Land und könnte bevorzugt werden. Es könnte höchstens durch Handelsbeschränkungen ungemütlich werden. Aber das wäre dann auch für die heimische Produktion schwierig, man sieht´s ja aktuell beim EQ.


    Firefox du hast grundsätzlich ein wichtiges Thema angesprochen, das sprengt hier aber den Rahmen und geht an der ursprünglichen Frage vorbei.

  • Firefox du hast grundsätzlich ein wichtiges Thema angesprochen, das sprengt hier aber den Rahmen und geht an der ursprünglichen Frage vorbei.

    Sehe ich absolut genauso und die Dinge hängen ja schon sehr stark zusammen. Aber Minecooky hat auch recht - also besser die rein politisch-historische China-Diskussion mal in einer separaten Diskussion starten.

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  • Ich denke schon, dass das hier so passt. Denn der Fragesteller hat eine politische Frage gestellt, die ich versucht habe, mit meinem Beitrag zu beantworten. Und ich sehe das durchaus kritisch, was die letzten Jahrzehnte hier so gelaufen ist.

    Und ich habe das ja nicht auuf China, sondern die komplette "Konstruktion" des sogenannten Westens und der sogenannten "Internationalen Gemeinschaft" - Und da ist unsere Mitverantwortung absolut gegeben.


    Dazu habe ich gewissermaßen die Nase voll von Schuldzuweisungen an China & Co. Und dazu ebenso im Gegensatz vom Getue, dass hier alles demokratisch, sauber, weltweit überlegen, zukunftsweisend, vorbildhaft und friedlich gestaltet wäre.


    Für mich ist es eher egal, woher der neue PKW stammen wird. Und der neue Smart könnte durchaus die Alternative für das "Große Auto" in der Familie werden.


    Zitat TE:


    Vorweg: Der #1 hat aktuell bei mir den Status als geplanter Nachfolger für das EQ Cabrio und den eSoul.

    Was mich allerdings zunehmend beschäftigt: Die Welt ändert sich extrem und ich selbst glaube kaum, dass China in seiner langfristigen Strategie neue Freunde sucht. Eher eine sehr starke, wirtschaftliche Position um danach durch wirtschaftliche und militärische Stärke geopolitischen Interessen durchzusetzen. Und diese wären nicht zu unserem Vorteil, wenn man Freiheit und Demokratie für wichtig hält.


    Mir ist klar, dass man derzeit in praktisch keinem Technologiebereich China-frei kaufen kann. China ist halt die Werkbank der Welt, auch und gerade zB bei Akkus.

    Aber beginnt nicht gerade eine Zeit, in der "demokratischer Egoismus" angesagt wäre?


    In meiner gesamten Grundeinstellung fühle ich mich als Weltbürger, meine Kinder haben über drei Länder verteilt ihre Plätze gefunden und ich habe auch keinerlei Grenzen im Kopf.

    Aber irgendwie habe ich zunehmend das Gefühl, dass Idealismus und Vertrauen auch gern mißbraucht wird und gegen politische Interessen autoritärer Idioten nicht gewinnen kann.

  • Gute Fragestellung, keine einfache Antwort!


    Ich würde erstmal überlegen: wann brauche ich wirklich (!) ein neues Auto. Bei mir ist das erst dann der Fall, wenn mein Bosch-Dienst den 42 nicht mehr flott bekommt. Das kann die deutsche Mercedeszentrale natürlich fast beliebig über Softwareupdates und den Preis für Ersatzteile, speziell Akkus, steuern - die sitzen in Deutschland. Falls das nicht mehr geht, würde ich schauen, was es für meine Mobilitäs-Bedürfnisse am (globalen) Markt gibt und dann, wem ich das Geld dafür gebe. Auch die deutschen Marken tragen mit Gewinnen und möglichen Steuern nicht unbedingt zum deutschen oder europäischen Gemeinwohl bei. Großzügige Förderungen werden mit drohenden Entlassungen im jeweiligen Produktionsland "eingefordert". Aber das machen inzwischen alle so.


    Andererseits: Nissan z.B. fertigt sowohl in Spanien, als auch in England. BMW bekommt ganze Baureihen aus China oder den USA. Hyundai fertigt verstärkt in Europa und Tesla bereits in Deutschland.


    Vielleicht wird es künftig also ein Microlino oder ein Lada oder ein Mahindra? Ich bin ganz froh, dass ich mich derzeit nicht entscheiden muss.

    Viele Grüße

    Stefan


    E-Fahrzeuge seit 1987: Mini-El, City-El, Lynch Fiesta, ZOE 210, ED3, aktiv: Ioniq PHEV, EQ4

  • Den Microlino hatte ich mir auch mal angeschaut. Aber ich würde bei einem Unfall schon gerne eine Überlebenschance haben.....


    Daher fallen da für mich auch die ganzen Mini-E-Mobile aus Indien und China gleich durch den Rost


    EuroNCAP-Crashtest zu vierrädrigen Kleinstfahrzeugen (2016)
    Bei EuroNCAP-Crashtests von normalen Autos sind fünf Sterne fast schon Standard. Anders bei Kleinstfahrzeugen von Aixam, Ligier & Co. Die jüngsten…
    de.motor1.com

    Edited 2 times, last by firefox58 ().

  • Ich gehe davon aus, dass der Microlino ein rechtlich ein Quadt ist, kein PKW. Crashtests habe ich noch keine gesehen.

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    "Aus Gaspedal wird Spaßpedal"

    - Smart

  • Aus aktuellem Anlass.

    Jetzt drohen die Chinesen den USA mit militärischen Maßnahmen, nur weil die amerikanische Außenministerin Taiwan besucht.


    Für mich ein weiterer Schritt in Richtung eines ID.3 oder sonstwas, aber weg von chinesischen Produkten und damit auch weg vom #1.

    Für mich ist das der einzige Hebel, den ich habe.

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    I3s bis 02/2022

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    Edited once, last by Isomeer ().

  • Wenn China es Russland nachmachen sollte sieht die Welt danach ohnehin anders aus. Danach stellt sich für uns die Frage nicht mehr wo wir kaufen, sondern nur noch, ob es überhaupt noch etwas zu kaufen gibt. Aber tatsächlich kaufe ich schon aktiv, wenn möglich, aus Ländern die uns freundlich gesonnen sind. Meine aktuelle Grossanschaffung - Photovoltaik - kommt aus Südkorea (Panels) und Deutschland (Wechselrichter, Speicher). Alle unsere Fahrzeuge (4 Stück) aus der EU. So wird das auch bleiben, TESLA, wenn in Deutschland produziert, kommt dann ich auf die Liste. Wir Europäer - immerhin 450 Millionen - müssen ggf. mit den Füssen abstimmen, bzw. an der "Ladenkasse", dann haben wir noch immer Gewicht.

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